L'art de protestation
Da sitzt sie nun frisch geduscht, adrett frisiert mit Ihrem Schälchen und ist wachgeworden, mon dieu. In ein paar Tagen soll es losgehen mit einem farbenfrohen Fest der Ballspiele an denen jeder hemmungslos mit Nationalfahnen unbeschwert vor sich hinwedeln darf und wird. Das sind natürlich alles keine Nationalisten, iwo. Darüber sind wir hier in good ol’ Europe längst hinweg; gelernt ist gelernt.
TV rapes values
Ich will sie nicht, Eure Ehe. Ich will den Betrug nicht, die Huren nicht, die unterdrückten Phantasien nicht, den Kindesmissbrauch und den erweiterten Selbstmord schon gar nicht. Wer glaubt, ein Etikett stelle eine Beziehung auf ernsthafteren Boden, sollte ohnehin mal über das Konzept Beziehung nachdenken. Aber Ihr liebt Eure Ehe, Ihr besorgten Eltern und wie Ihr nicht alle heißt. Und Ihr tut so so, als führe die Öffnung der Ehe dazu, dass nun quer durchs Land Cousinen und Hunde geheiratet werden. Ehrlicher wär’s vielleicht. Trotzdem stelle ich den Wert der Ehe nicht annähernd so in Frage, wie Ihr selbst: Hochzeit auf den ersten Blick? Really?
Schuld und Schulden
Die Knechtschaft, die, unter deutscher Federführung und genannt Hilfspaket, den Griechen auferlegt werden soll, macht mich sprachlos. Sie schockiert mich und sie verwirrt mich so sehr, dass ich darüber schreiben muss. Selbst wenn, nach der Fertigstellung dieses Artikels, der Hashtag #thisisacoup möglicherweise kein Twitter-Trend mehr ist. Ich bin erschöpft vom Mangel an Vernunft und vom wieder erstarkten hässlichen Deutschen, den unsere Staatsgewalt – brav gefolgt von den Hofberichterstattern – wieder und immer wieder vor sich herträgt.
Hör auf damit, my dear queer
Ist das nicht irre? Meist, wenn irgendein/-e Unverbesserliche/-r irgendeinen homophoben Mist vom Stapel lässt, erfahre ich das. Und wie? Ausgerechnet die Schwulen und Lesben aus meiner Facebook-Freundesliste teilen es – natürlich stets mit dem ausgestreckten Finger der Verachtung. Nur, verächtlich hin oder her, anders hätte ich den Käse gar nicht gelesen.
Wer austeilt…
Thomas Bäppler-Wolf, alias Bäppi La Belle, muss lernen, auch einstecken zu können. Weil er von einem Blogger als „Schwachkopf“ und als „offensichtlich verblödeter Selbstdarsteller“ bezeichnet wurde, hat Bäppi La Belle Strafantrag wegen Beleidung gestellt. Nun kommt es zum Prozess.
Haters gonna hate
Nun da ich Deine Aufmerksamkeit habe („Hat er das wirklich gerade geschrieben?“), können wir beginnen: Natürlich wird es immer Hasser geben, aber das halte ich nicht für das Problem. Der sich entladende Hass gilt niemandem im Speziellen. Er bleibt tumb und flexibel. Er ist sichtbar und berechenbar. Und wenn er sich Wege bahnt, dann kann man ihn aufhalten – und wenn man das kann, dann ist es eine Pflicht, dies zu tun. Hass ist stets en Vogue. Menschen, die mit sich selbst so unzufrieden sind, dass sie hassen wollen gibt es. Und bestenfalls kann man sie ausbremsen, bevor sie Gewalt anwenden. Aber das eigentliche Problem ist Fremdenangst.
Kein Wunder sind alle bekloppt
Pieeeeep pieeeep, tuut, tuut, tuut, tuuut, piepiepiepiepiepiepiepiepiep, uiiiUiiiiUiiiUiiii. Kein Fenster, keine Tür, kein Rückwärtsgang und kein Einparken geht mehr ohne Piepen vonstatten. Es ist zum Beklopptwerden. Und obwohl Herr Poisel die Frage in anderem Zusammenhang stellt, ist sie in vielerlei – und auch in dieser speziellen – Hinsicht richtig: „Wie soll ein Mensch das ertragen?“
Notopia
Eigentlich wusste ich ja, dass es nix werden könnte. Es ist halt Fernsehen. Und deshalb sollte ich mich auch gar nicht aufregen. Aber die Idee hatte was und ich sah irgendeine Chance, als Sat1 sein "größtes TV-Experiment aller Zeiten" ankündigte. 15 Pioniere, die ein Jahr lang eine eigene Gesellschaft erschaffen können – ohne Regeln. Klang spannend. Dann kamen die Euro.
PeBlaBla
Vielleicht haben sich manche von Euch gefragt, warum wir – olle Antifaschisten, die wir sind – nicht längst mal was über pedingsda geschrieben haben. Das ist leicht erklärt: Ich kann mich mit diesem tumben Pack nicht intellektuell auseinandersetzen. Geht nicht. Da könnt' ich auch ein Buch gegen die Wand werfen und hoffen, dass sie was lernt. Jedes Selbstgespräch ist fruchtbarer. Womit ich mich aber auseinandersetzen kann ist die Berichterstattung über diese "Bewegung". Bei dem Wort allein muss ich lachen.

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