Ja, 2012 ist so gut wie durch. Die letzten großen Aufreger sind so gut wie vergessen. Ein paar Daueraufreger schwelen weiter – so ist das halt. Neu? Was ist hier neu? Die Jahreszahl ist neu. Das ist wahr. Das war es dann aber auch. Es wird weiterhin Montage, Dienstage, Mittwoche (Mittwochs?), Donnerstage, Freitage, Sams- und Sonntage geben. Die Abfolge der Monate und der Jahreszeiten sind auch klar. Die Hoffnungen der Meisten, das ist nicht neu, werden enttäuscht. Die Befürchtungen der Meisten werden bestätigt. Die „13“ das ist neu, aber irgendwie auch belanglos, oder etwa nicht? Ich könnte auch mit der „48“ leben – wer nicht.

Zurückblickend neu, wirklich neu, wäre gewesen, wenn die letzte große Schießerei, erinnert sich noch jemand daran? Na dieser Amoklauf. Da drüben in Amerika. Neu wäre gewesen, wenn dieser Irrsinn mehr als „blankes Entsetzen“, Sonntagsreden, Rechfertigungsdebatten und allerlei scheinheiliges Geplapper ausgelöst hätte. Hat er aber nicht. Das ist nicht neu! 20 Christbäume geschmückt mit Kuscheltieren (musste wirklich nur ich an den „Friedhof der Kuscheltiere“ denken?) später, auch das ist nicht neu, kam nach gnadenlosen Recherchen heraus, dass Waffen in Privatbesitz, vor allem aber in den Händen von „Sonderlingen“, „Eigenbrötlern“ und „mehr oder weniger intelligenten Einzelgängern“ (also nicht bei uns) ein Problem darstellen könnten. Uii!

Das mag ja stimmen. Das ist unbestritten richtig. Sonderlinge wie George Walker Bush (W. Bush), Wladimir Wladimirowitsch Putin (Putin), Saddam Hussein (Saddam), Pol Pot, Richard Nixon (Nixon), Alois Schicklgruber (Hitler), Wladimir Iljitsch Uljanow (Lenin), Iosseb Bessarionis dse Dschughaschwil (Stalin), Lew Dawidowitsch Bronstein (Trotzki), Augusto José Ramón Pinochet Ugarte (Pinochet), Francisco Paulino Hermenegildo Teódulo Franco y Bahamonde Salgado Pardo (Franco), António de Oliveira Salazar (Salazar), Fulgencio Batista y Zaldívar (Batista), Anastasio Somoza Debayle (Somoza), Maximiliano Hernández Martínez, Pieter Willem Botha (Botha), u.v.a.m., Hundertausende wahrscheinlich Millionen von „Sonderlingen“ haben das eindeutig und eindrucksvoll immer und immer wieder bewiesen. Waffen in der Hand von „Sonderlingen“, Waffen in der Hand von wem auch immer töten und sind ein Problem.
Angesichts der „alten zweitausendund12“ und der „neuen 13“ ist diese radikale Analyse erbärmlich, heuchlerisch und reichlich zu kurz gesprungen. Waffen egal in wessen Händen waren, sind und bleiben ein Problem. Das Problem. Möglicherweise nützt es zunächst etwas, den amerikanischen Bürgen den „Zugang“ zu halbautomatischen Sturmgewehren per Gesetz zu erschweren. Möglicherweise.
Dennoch bleibt, Waffen jedweder Art sind und bleiben ein Problem. In den Händen von Einzelnen führen sie möglicherweise zu einem „Amoklauf“, in den Händen von mehreren „Aussichtslosen“ je nach Sozialisation, Standort, Herkunft, Blickwinkel und dem Grad der Verblendung zu „Terrorismus“, in den Händen von „Ordnungskräften“ möglicherweise zu „Übergriffen“, schlimmsten Falls zur Unterdrückung von Opposition, oder Despotie und in den Händen von Staaten bzw. deren Armeen ganz sicher zu Gräueltaten, Krieg, Massakern und allem was wir seit Jahrtausenden gesehen haben und mit ansehen mussten.
Waffen – ihre Besitzer ganz bestimmt – sie töten. Sie töten und sorgen für mächtig Umsatz und Arbeitsplätze. Das haben sie immer getan und das werden sie auch in der „neuen 13“ tun. Haltet die Taschentücher bereit. Es wird weiter private, gemeinschaftliche und staatliche „Amokläufe“ geben. Unserer Feigheit, Unentschlossenheit und der Waffen sei Dank.
Nur Träumer, Spinner, Quertreiber, Phantasten, Schmierfinken und derlei „Sonderlinge“ mehr, könnten auf die Idee kommen und lauthals fordern – verschrottet das Zeug und hört einfach auf diesen Mist zu produzieren. Vor allem hört damit auf Friedensnobelpreise an einen der größten Waffenproduzenten und Exporteur dieses Planeten zu verleihen. Hört auf Waffen an Diktaturen und in Kriegsgebiete zu exportieren. Hört damit auf das Schießen als Sport zu betrachten, es ist nicht sportlich oder gar olympisch, es ist Kriegshandwerk. Es ist pervers. Es ist ein Fetisch. Hört einfach auf damit.
Ja, es kostet Arbeitsplätze. Ja, es ist nicht gut für den Umsatz. SO WHAT! Es gibt wirklich genug Arbeit, wenn wir sie nur ernsthaft in Erwägung ziehen würden. Tun wir aber nicht. Dann doch lieber blankes Entsetzten, Krokodilstränen und Taschentücher auch in der „neuen 13“.
Guten Rutsch. Auf ein Neues. Wir sehen uns an frischen Gräbern. Sei’s drum – weiter im Takt. Was genau kam nochmal nach 13?
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