Und schon dreht die gesamte Hofberichterstattung – tschulljung Presse – frei und schreit „Bankenskandal“. Uiui! Nach der Krise, die keine ist, jetzt der Skandal. Der ist allerdings einer, aber dazu später mehr.

Ja selbstverständlich waschen Banken Drogengeld. Weil sie’s können. Und warum sollte ich etwas anderes glauben? Institute, die ohne mit der Wimper zu zucken ganze Volkswirtschaften das Klo hinunterspülen, die mit Lebensmitteln spekulieren und denen (Wachstum, Wachstum, Wachstum) scheißegal ist, dass dabei Menschen verhungern, die sollten bei Drogen plötzlich Skrupel entwickeln? Warum?

Davon abgesehen, dass der kluge aber leider nicht mehr unter uns weilende George Carlin schon Mitte der Neunziger gesagt hat, dass man Drogen nicht bekämpft, indem man den kleinen Dealer auf der Straße hops nimmt, sondern indem man die Banker köpft, die all das finanzieren, frage ich mich: Sollen wir ernsthaft annehmen, die Plantagen, die Labore, die Logistik, die Schnellbote und was es eben sonst noch für einen erfolgreichen Drogenhandel braucht, seien jeweils vom Himmel gefallen?

„Oh schau‘ doch José, die Koka-Plantage war hier gestern aber noch nicht.“ „Stimmt, Miguel – und ich weiß auch nicht, wo die ganzen Arbeiter und all das Equipment plötzlich herkommen – verrückt.“

Geld braucht man, für den Anbau, die Veredelung, die Logistik, den Vertrieb und all die anderen lustigen Aspekte, dieser noch immer boomenden Branche. Und auf eben diesem Geld sitzen Institute wie die HSBC. Und sie verleihen es. Und wenn 1+1 nicht neuerdings fünf ist, dann sehe ich mich nicht veranlasst, so zu tun, als sei ich überrascht. Im Gegenteil: Überrascht bin ich darüber, dass nun alle überrascht tun. Das ist albern, das ist verlogen und vor allem ist es anmaßend, denn es setzt voraus, dass ich dumm bin. Denn nur die beiden Möglichkeiten gibt es: Die Journaille taugt tatsächlich nix und glaubt den Quatsch, den sie da schreibt oder sie verkauft mich für blöde. Beides gefällt mir nicht.

Und so wird also ein Bankenskandal beschrien. Und ja, da stimme ich ein einziges Mal zu. Denn es ist in der Tat ein Skandal, wenn eine Bank in ihren Kerngeschäften so saudumm ist, sich mit Drogenbossen erwischen zu lassen. Wenn jemand weiß, wie man unauffällig Geld wäscht, dann doch bitte diejenigen, die hauptberuflich damit zu tun haben – also mit Geld jetzt, nicht so sehr mit dem Waschen oder sonstigen Tätigkeiten, die tatsächlich ein Beitrag zur Gesellschaft wären. Also an den Pranger, mit den Idioten. Sie haben sich so blöd angestellt, dass das Blut an ihren Händen sichtbar wurde. Weg damit – wir wissen’s zwar alle, aber wir möchten es doch bitte nicht sehen. In die Pleite den Laden. Böse böse Bankerbuben.

Aber – hups – da ist ja unser Schmiergeldverschiebeminister Schäuble vor, mit ESM und allem was dazugehört. So ne Bank – ei ei ei – sonst gerne – aber ne Bank? Neeee – das geht halt leider nicht. Bisschen Wirbel – kann man machen. Klar, auch nach Aufsicht schreien. Aber untergehen lassen? Das hätte doch Folgen – unabsehbare. Müssen wir retten – sorry.

Nee – is klar.

PS: Nur für jene, denen es auffiel: Selbstverständlich sind keine Verlinkungen zu den ursprünglichen Artikeln der Hofberichterstatter mehr im deformiertengebinde. Die Content-Mafia möchte das nicht. Bittesehr. Sollen sie ihre Artikel selbst lesen und schauen, woher die neuen Leser kommen (Wachstum?). Da wir uns keinem Verlag unterworfen haben, sondern einfach Spaß daran, unsere verschwurbelten Gedanken niederzuschreiben, dürft Ihr/dürfen Sie selbstverständlich zu uns verlinken, uns zitieren und so tun, als wäre all das Eure/Ihre Idee gewesen.

 

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