Sommer und Sonnenschein mit Humtataa, Getränken und Grillgut. Die ganze „Community“ ist zusammengekommen und feiert… sich selbst. Das mit der Gleichstellung – mehr will man ohnehin nicht – wird schon werden, alles nur eine Frage der Zeit. Das Bundesverfassungsgericht macht das Bisschen schon. Wozu also Forderungen wütend in die Gegend rufen und auf Schilder malen. Auf das Bundesverfassungsgericht ist Verlass. Party und ein bisschen bunter Umzug ist dran.

Da ist die Community voll auf der Kanzlerinnen-Linie, die, also die Kanzlerin, hat im Wahlkampf vor einem Millionenpublikum klargestellt, dass sie sich damit, also der Gleichstellung „ein bisschen schwertut“… Wen oder was kratzt schon die Verfassung… Also die Kanzlerin und ihre neoliberalen Wahlvereine stören sich an der Verfassung ohnehin nicht. Und mit Diskriminierung hat das auch nix zu tun, hat sie selber auch gesagt. Würde sie nie machen, das mit dem Diskriminieren. Nö. Macht ohnehin niemand, mit Absicht, aber man wird doch mal…

Das haben ganz viele aus der Community auch so gesehen und ihr geglaubt und sie offenbar gewählt. Die Sozialdemokraten haben ihr das auch geglaubt, die glauben seit 150 Jahren an alles – was… was… schafft… bei den Koalitionsrunden war dieses Thema, also das mit der Gleichstellung, auch kein echtes Thema mehr. Im Koalitionsvertrag steht davon jedenfalls nichts.

Das macht der Community nichts – das wird schon, also das mit der Gleichstellung, das kommt schon. Auf das Verfassungsgericht ist Verlass. Also hoch die Tassen und dazu ein bisschen Larifari-Pop. 

Diskriminiert und ausgegrenzt fühlt man sich nach drei Bier ohnehin nicht mehr und Prosteststimmung bei sommerlichen Temperaturen… PUH… eher lieber nicht. 

Es ist ja auch schön, dass es für die Community hier beim Export- und Fußballweltmeister so gut läuft (rein oberflächlich gesehen). Damit ist die Community auch voll auf der Kanzlerinnen- und Bevölkerungs-Linie. Alles super – weiter so.

Was kümmern uns prekäre Arbeitsbedingungen, Hartz IV, Arbeitslosigkeit… das gibt es in der Community ohnehin nicht… hier sind alle gut ausgebildet und haben Spitzenjobs, selbstredend mit Spitzengehältern. Also solche Dinge muss man nicht zum Thema machen. Nö, hier nicht. 

Ja, es läuft Super in Schland für die Community. Die Kommunen kramen zu den CSDs die Regenbogenläppchen heraus und die hängen dann einträchtig neben den genauso schlapp herunterhängenden Deutschland- und Europa-Fetzen. Ja es läuft super, ja auch in Europa… Muss ja, sonst hätte man doch etwas davon gehört, oder etwa nicht? 

Was geht es auch die Community an, wie es den anderen „Communities“ in Europa geht… Wie es den anderen Homos in ihren krisengeschüttelten Ländern so geht. Wie es den Homos so geht, mit all den, durch Muttis“ tatkräftige Unterstützung wieder gesellschaftsfähig gewordenen Nationalisten, Rassisten und Faschisten, die rundherum in Europa regen Zuspruch finden, die immer lauter und stärker werden, die zuhauf in das europäische Parlament gespült wurden. Das fragt sich die Community offenbar nicht, sonst würde sie ja beim alljährlichen Klassentreffen darüber reden. Da sie, die Communityes nicht tut… besteht wohl auch kein Bedarf.

Was hat man denn schon von Nationalisten, Rassisten und Faschisten zu befürchten, was hat man denn bitte mit Europa zu tun, man ist deutsch, nicht europäisch, und in allem irgendwie Meister und sei es, immerhin, European Song Contest Meister (ist zwar Autriche… aber, öh?). Das ist doch europäisch und politisch, oder etwa nicht?

Das erklärt auch, warum die immerhin „national“ vernetzten CSDs nicht sofort und lautstark solidarisch auf der Protest- und Alarmpalme waren, als sogenannte „Besorgte Eltern“ mit Rassisten und Faschisten plus sonstigem klerikal-braunem Mob durch die Straßen Stuttgarts zogen, um „Ihre Kinder“ vor der „Regenbogen-Propaganda“ zu schützen. Davon haben sich weder die Community noch die „CSD-Organisatoren“ bedroht gefühlt.

Dieses Problem wird das Bundesverfassungsgericht nicht lösen, dieses Mal nicht. Dieses Problem versucht dieses Mal die Antifa zu lösen. Mit der Solidarität, oder dem Engagement der Community ist eher nicht zu rechnen, das hat der ortsansässige CSD schon mehrfach unter Beweis gestellt. 

Die Drecksarbeit überlässt man gerne anderen, es könnte ja dem „Image“ vom „netten Homosexuellen von nebenan“ schaden und „wertvolle Sympathiewerte“ verschlechtern, das will man lieber nicht… riskieren. Das nun wirklich nicht.

Frage: Was tut die Community, sollte der Gegenwind stärker, rauher, heftiger werden? Die europäischen Kollegen erleben das bereits… Heiraten, Kinder adoptieren und sich ins „Private“ wegducken? Das Regenbogen-Läppchen in den Partykeller des Eigenheims hängen und auf „Bessere Zeiten“ hoffen? Die alljährlichen Klassentreffen aus „Sicherheitsgründen“ im voraus eilendem Gehorsam in eigens dafür gemietete Turnhallen verlegen, wie dieses Jahr in Kiew geschehen? Der Bürgermeister von Kiew, Herr Klitschko, hat das außerordentlich bedauert, das mit der Absage und das seine Polizei irgendwie, nun ja sagen wir… unpässlich war. Das mit dem Bedauern war irgendwie nett, oder etwa nicht?

Es gäbe genügend Gründe „Grenzen zu überwinden und Brücken zu schlagen“ nicht nur die Community gerät zunehmend unter Druck, unzählige Diskrimnierte und Ausgegrenzte sind es bereits. Sie sind es in Europa, sie sind es in aller Welt. Die Community wäre gut beraten Bündnisse zu schließen. Bündnisse die Grenzen überwinden und Brücken schlagen WOLLEN in ein besseres Leben für alle. 

Nicht unter den Regenbogen… der Weg führt über den Regenbogen hinaus!

PS: Die anarchosyndikalistische Gewerkschaft CNT in Spanien hat ihren Aufruf zum „Día del Orgullo LGTB-Queer“ (Gay Pride in Spanien) so betitelt: ¡Es Orgullo cuando es protesta! (in etwa… Stolz/Würde bedeutet Protest!) und diesen Aufruf mit folgendem Satz beendet: ¡Orgullo sí, pero mientras sea protesta! Besos a quienes luchan. (in etwa: Stolz ja, wenn er Protest bedeutet! Küsse an die, die kämpfen!)…

CNT apoya el día del Orgullo LGTB-Queer

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