… durch Zufall, durch einen Tipp trifft man auf… Falscher Anfang… nochmal neu. Dieser Sommer war schön. Ordentlich Sonne, heftige Gewitter, Wolkenbrüche… ganz großes Kino. Wären da nicht diese verflixten Folgeschäden und -kosten. Die wohltemperierte großkoalitionäre Mitte ließ, über ihre öffentlich-rechtlichen Verlautbarer, Unwetterwarnungen, nun ja… ungern… verkünden, musste einräumen, dass Straßen, Keller und vieles mehr durch entfesselte Wassermassen unter-, über- und weggespült wurden, selbst Todesopfer waren zu beklagen. Doch von Klimawandel oder gar Katastrophe wollte und will man lieber nicht sprechen. Wetterphänomene, Starkregen sowas in der Art… Was für ein Sommer…

Was für ein Sommer. Einfach so. „Wetterphänomene“ und „unwetterartige Vorkommnisse“ wie „Starkregen, Blitz, Donner und Hagelschlag“ treffen, einfach so, ohne angemessene Vorbereitungszeit, einfach so… den Exportweltmeister, den Fußballweltmeister, den Egalwiemeister, Hauptsacheweltmeister. Einfach so, ohne Vorwarnung, ohne Verhandlungsbereitschaft, ohne Krisengipfel, ohne diplomatische Hinterzimmergespräche. Nix. Gerade noch brüllheiß, dann potzblitz… dunkelgrauer Lärm mit entfesselten Wassermassen von oben. Die selbstzufriedene und vollkaskoversicherte Mitte säuft ab, die Versicherer rechneten insgeheim mit einer Urlaubssperre und kalkulierten sorgenvoll nach. Ein unermesslicher Schaden trifft den unvorbereiteten 80 Millionen Trainerteam-Bräsigkeitsmeister. Keine Rücksicht auf Ansehen und Titel kannte dieser „Sommer“… Auch falsch… falscher Ansatz.

Neuanfang (gibt es das überhaupt?). Egal. Gemacht. Sommer. Sommerabend. Subtropisch. Schön. Draußen. Bier, Zigaretten, wartend auf ein Konzert in einem eher muffigen und Dank „Nichtraucher-Schutzgesetz“ garantiert rauch- und barrierefreiem Zugang zu allerlei Gerüchen der schimmeligen Art, aber auch darum soll es nicht gehen… wir kämen vom Hundertsten ins Tausendste und lästig wärs obendrein.

Und ein Neuanfang? Nö, der kam später nämlich im September in New York… Klima Gipfel, na ja, nicht so ein richtiger, also nicht ein Gipfel auf dem was beschlossen würde oder worden wäre, das nicht. Aber es geriet einiges in Bewegung… Das allerdings wussten wir ja noch nicht, denn wir waren ja noch im Juli und es war Sommer… geiler Sommer.

Juli, Sommer, geiler Sommer und draußen. Draußen mit Bier, Zigaretten. Die Musiker aus Argentinien, Argentinien das gerade von Hedge-Fond-Geiern so voll fett vor die Wand gefahren wurde, waren noch nicht da… sollten aber laut brandaktuellen Tweets und zuckerbergischen Statusmeldungen jeden Moment… eintrudeln. Na dann…

Wir indes hatten es nicht eilig, der Sommer ist… Der Sommer ist. Er, der Sommer ist im Moment „noch“ äußerst freundlich und schön.

Der noch kommende bitterkalte und verregnete August mit seinen verzweifelten sonnigen Einsprengseln stand uns Nichtsahnenden ja noch bevor… 

Egal. Es war Juli und Sommer, geiler Sommer, als der Kleinbus eintrudelte und eine gut gelaunte, etwas übernächtigte und von der Fahrt (Prag – Frankfurt) zerzauste Truppe mit breitem Grinsen aus ihm heraus fiel und sich nicht lange mit unnötigen Formalitäten aufhielt.

Los gings. Sofort und ohne falsche Kompromisse. Spielfreude, Lebensfreude pur. Kein Getue, kein Gemache, kein SchiSchi. Party, undiszipliniert, anarchisch und musikalisch voll auf die Zwölf. Wer grad keinen Einsatz hatte schwätzte mit Kollegen oder dem Publikum, trank sein Bier und nutzte längere Einsatzpausen um überirdisch sporenfrei zu rauchen, grinsend und immer in solidarischer Gesellschaft.

Das war unser Sommer mit unerwarteter Lebensfreude ganz ohne Weltmeisterei, das klang. Klang nach mehr… Das klang nach dem besseren Konzept. 

Den vermaledeiten August über den… nicht ein Wort. Nur soviel FUCK YOU August.

Der Nachsommer war eher lau und freundlich und so dachte sich wohl der ebenso laue und immer freundlich besorgte (I´m deeply concerned) Ban Ki Moon… „Hey, Hey, da lade ich doch alle meine Freunde zu der längst überfälligen UNO-Klimakonferenz nach New York ein“, und tat es. Der Freundliche.

Fast alle kamen, sagten viel, beschlossen und taten nichts… „Mutti“ fuhr erst garnicht hin, genoss die heimischen Häppchen beim BDI (Bundesverband der Deutschen Industrie e.V.)… wir sind ja Welt… egal… Meister, oder etwa nicht. Raute und Schluss.

Aber um Merkel gehts grad nicht. Es schert uns nicht, wo sie gerade rumturnt, durch die bräsige, vollgefressene, deutsche, sozialdemokratischchristlichsozialgrünpirateske Bestandssicherungs- und Ausgrenzungsprovinz.

Wir waren im lauen September und bei dem freundlichen Ban Ki, da waren wir. Er wollte einen nicht beschlussfähigen Gipfel und bekam ihm. Aber auch darum soll es nicht gehen.

Vergesst den Gipfel. Vergesst ihn nicht ganz, denn wo ein Gipfel ist da gibt es Protest und um den geht es. Protest? 

Protest! Auch so ein Phänomen. Die Protestphänomene waren einkalkuliert etwa 100.000 Menschen waren von den „Veranstaltern“ erwartet worden. Es wurden mehr als 400.000, die nicht nur Maßnahmen gegen die Klimaerwärmung von den „Regierenden“ forderten. Innerhalb dieser wirklich großen Demonstration gab es einen mächtigen Block, der lautstark einen Systemwechsel einforderte „System Change Not Climate Change“ und „Flood Wall Street“.

Die Grassroot Movements in Amerika haben sich lautstark zurückgemeldet und schmieden Allianzen mit Gewerkschaften, Community- und linken Aktivisten. Aus Europa betrachtet mag man das kaum glauben, aber es gibt eine große ökologische und linke Bewegung in den USA. Diese hat sich selbstbewusst zurückgemeldet in New York, im September. Sie stellt lautstark die Systemfrage. Nicht grün garnierter Bio-Kapitalismus bundesdeutscher Prägung… Nein, die Systemfrage – weltweit.

Weltweit waren an diesem Tag Hunderttausende auf alle Kontinenten auf den Straßen.

System Change Not Climate Change – Flood Wall Street!

Ja, das war ein Sommer, geiler Sommer. Ramba Zambia Juni/Juli trifft auf lausigen August und lauen September mit weltweitem, starkem und nachhaltigem Abgang.

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