Titelbild Der Fruehling

Früh ist er dran in diesem Jahr, der Frühling. Sehr früh in Europa 2013. Allenorts sind Mengen von Menschen unterwegs die Ihn begrüßen. Das Wetter schlägt zwar noch die üblichen Kapriolen, kalt, nass, grau, Schnee, Eis und Regen. Dennoch lassen sich die Menschen nicht davon abhalten gemeinsam auf die Straßen zu ziehen um ihn lautstark einzuläuten, den Frühling – den europäischen Frühling.

9F – 9. Feb. 2013|1|: GET UP – STAND UP. Die Iren machen in diesem Jahr den Anfang. Weit über 100. 000 Menschen sind landesweit auf den Straßen unterwegs. Sie sind die immer neuen Sparhaushalte der Regierung mehr als leid. Sie sind nicht mehr bereit weitere Steuererhöhungen, Lohn- und Rentenkürzungen hinzunehmen um die Haushaltslöcher der Regierung zu stopfen. Die Gewerkschaften unterstützt von Gruppen und Parteien aus der Linken hatten zu landesweiten Demonstrationen aufgerufen und sie alle kamen. In Dublin auf der zentralen Kundgebung sagte der Generalsekretär des Gewerkschaftsdachverbandes, David Begg, „Die Zeit der stoischen Elfen sei vorbei … Man werde mit den 60 Millionen Mitgliedern im Europäischen Gewerkschaftsverband gegen die drastische Sparpolitik vorgehen.“

9F – 9. Feb. 2013|2|: Die „Schummeldoktorin“ und Muttis Busenfreundin stürzt über Ihren Titel – und in China fällt ein Sack Reis um.

11F – 11. Feb. 2013: Die Deutschen treten als Papst aus Altersgründen zurück – und in China fällt ein Sack Reis um.

16F – 16. Feb. 2013: STOP DESAHUCIOS – Stoppt die Zwangsräumungen. In Spanien gehen zigtausende Menschen in allen größeren Städten auf die Straße und fordern ein Ende der Zwangsräumungen. In Barcelona sind 80.000 Menschen auf der Straße und fordern ein Ende der Zwangsräumungen. Seit Ausbruch der Krise sind landesweit über 400.000 Menschen aus ihren Wohnungen vertrieben worden. Täglich werden über 500 Menschen aus ihren Wohnungen geworfen und sitzen mit Schulden beladen auf der sprichwörtlichen Straße. Aus Verzweiflung nahmen sich bereits an die 100 Menschen das Leben um ihrem Schicksal zu entgehen. Schlüsseldienste in Pamplona weigern sich Wohnungen die geräumt werden sollen zu öffnen. Die Feuerwehren „Bomberos“ in mehreren spanischen Städten weigern sich bei Zwangsräumungen mitzuhelfen. Diese inhumanen Zustände haben eine massenhafte soziale Bewegung in Gang gesetzt, die sich gegen die Zwangsräumungen engagiert. Sie blockieren aktiv Räumungsversuche, unterstützen Hilfesuchende und besetzen Banken, die die Räumungen zu verantworten haben. Sie haben 1,5 Millionen Unterschriften gesammelt und zwingen nun das spanische Parlament zu einer Gesetzesänderung. Sehr zum Verdruss der Regierung Rajoy. Die Regierung ist derart genervt vom Widerstand der Bevölkerung, dass sie nun per Rundschreiben das Wort „Zwangsräumung“ auf den Index gesetzt hat. Zukünftig soll der Umstand des Verlustes seiner Wohnung aufgrund von Zahlungsunfähigkeit sozial verträglicher umschrieben werden.

19F – 19. Feb. 2013: Das Bundesverfassungsgericht stärkt das Adoptionsrecht von Homosexuellen. SPD, Grüne und FDP fordern die uneingeschränkte Gleichstellung, die CDU/CSU will das lieber nicht – und in China fällt ein Sack Reis um.

20F – 20. Feb. 2013|1|: Die Bulgaren sind seit Tagen auf den Straßen des Landes. Auslöser waren die hohen Strompreise. Die Mehrzahl der Bulgaren heizt mit Strom. Die Stromerzeugung war Dank der EU „privatisiert“ worden und ist nun in den Händen eines tschechischen und österreichischen Konzerns. Diese hatten die Preise kräftig erhöht. Die Strompreise waren der Anlass, doch mit jedem weiteren Tag und neuen Demonstrationen wendete sich der Unmut der Menschen direkt gegen die bulgarische Regierung, gegen die Armut und gegen die Korruption im Land. Es kam zu heftigen Auseinandersetzungen mit den „Ordnungskräften“, Steine, Böller und Farbe flogen gegen Regierungseinrichtungen und das bulgarische Parlament in Sofia. Zuerst wurde Finanzminister Simeon Djankow, ein Bauernopfer, aus dem Amt entlassen, es gab Ankündigungen die Strompreise un 8% senken zu wollen und dem Strom-Versorger CEZ die Lizenz in Bulgarien zu entziehen. Die Demonstrationen hörten nicht auf. Am 20. Februar trat daraufhin die gesamte Regierung zurück. Der nun Ex-Ministerpräsident Bojko Borissow ging mit den Worten: „Ich werde nicht Teil einer Regierung sein, in der die Polizei Menschen verprügelt. Wir haben Würde und Ehre . Es ist das Volk, das uns an die Macht brachte, und wir geben sie ihm heute zurück.“ In wie weit das wahltaktisches Geschwätz war, ist nicht auszumachen. Dennoch können sich das alle Regierungen hinter die Ohren schreiben. Vor allem die Herren Samaras und Rajoy. Die Demonstrationen in Bulgarien gehen indes unvermindert weiter. Gegen Armut und Korruption.

20F – 20. Feb. 2013|2|: Γενική Απεργία. Generalstreik. Generalstreik in Griechenland. Es ist der erste in diesem Jahr. Es ist der 27. seit dem „Ausbruch der Krise“. Zehntausende sind in den Städten auf den Straßen. Das Land ist lahmgelegt. Die Proteste richten sich gegen die Armut, die Arbeitslosigkeit, die „Sparprogramme, die Korruption und gegen die wachsende Repression gegen die Menschen. Die Proteste richten sich gegen die EU-freundliche Regierung die mittlerweile bereit ist das Militär gegen Streikende einzusetzen. Gegen eine Polizei die offen mit den „Neo“-Faschisten der „Chrysi Avgi – Goldenen Morgenröte“ sympathisiert, zusammenarbeitet, Menschen verschleppt, auf ihren Revieren festhält, misshandelt und foltert. Dagegen formiert sich landesweit Widerstand und der ist auch auf den Demonstrationen anlässlich dieses Generalstreiks nicht mehr zu übersehen.

22F – 22. Feb. 2013: In Berlin hält ein Jemand eine Rede vor ausgesuchtem Publikum über „Europa“ – und in China fällt ein Sack Reis um.

23F – 23. Feb. 2013: MAREA CIUDADANA CONTA EL GOLPE DE LOS MERCADOS. Eine „Menschenflut“ gegen den Putsch der Finanzmärkte. Über 300 Organisationen haben zu dieser „Flut“ aufgerufen. In über 80 Städten Spaniens sind Hunderttausende, Millionen von Menschen auf den Straßen. Der 23. Februar ist der Jahrestag des vor 32 Jahren gescheiterten Putschversuchs von rechtsgerichteten Militärs und Einheiten der Guardia Civil. Diese stürmten (mit Wissen des spanischen Königs Juan Carlos) das spanische Parlament und nahmen die Parlamentarier als Geiseln. Die junge, nach Francos Tod, errungene „Demokratie“ erlebte ihre erste „Bewährungsprobe“. Diesen Jahrestag nutzten Ärzte und Krankenschwestern, Lehrer und Schüler, Minenarbeiter und Iberia-Angestellte, Beamte, geschädigte Bankkunden sowie von Räumung bedrohte Wohnungsbesitzer für ihren Protest. Sie riefen „Hände hoch, das ist ein Überfall“, „Ihr vertretet uns nicht“ „Echte Demokratie jetzt“. Sie forderten den sofortigen Rücktritt der Regierung und des Königshauses. Beide sind derzeit bis über beide Ohren in Korruptionsskandale verwickelt. Sie machen sich die Taschen voll während Millionen von Spaniern ihre Jobs, ihre Wohnungen verlieren, ihre Renten und Gehälter gekürzt werden. Weg mit der korrupten Bande, jetzt. Die Fahnen der 2. spanischen Republik gehören zu den Standards auf spanischen Demonstrationen, an diesem Tag waren sie nicht mehr zu übersehen und massenhaft vertreten. Über einen toten Elefanten kann man stolpern über das Gedächtnis, den Zorn, die Entschlossenheit der Menschen darüber stürzt man. Früher oder später.

25F – 25. Feb. 2013: Italien wählt. Italien hat ein Wahlergebnis. Alle drehen am Rad, die EU ist beleidigt, die Märkte sind verunsichert und drehen durch. Italien hat gewählt und an den Börsen werden panisch Milliarden verbrannt. Der „Super Mario“ (Scelta Civica), der Sparkommissar von EU, IWF und EZB landet abgewatscht und weit abgeschlagen bei 10 %, die Mitte-Links (PD), Mitte-Rechtsbündnisse (PdL) erhalten jeweils ca. 30 %, und der Protest gegen die 3 korrupten Vereinigungen, gerne auch die Seriösen genannt, der Protest (M5S) fährt aus dem Stand 25 % der Stimmen ein. Der Protest gegen die korrupte Politikerkaste hat sich gesammelt, hat sich in einer Bewegung gesammelt, dem MoVimento 5 Stelle, dem M5S. Diese Bewegung sorgt nun dafür das garnichts mehr geht. Patt. Kein Koalitionsgeschacher nichts. Jetzt sind die europäischen Austeritätspolitiker angeschissen. Durchregieren in Italien ist nicht mehr. Sie jaulen rum. Sie diffamieren die Italiener, sie diffamieren den Protest. Sie diffamieren Beppe Grillo und sind machtlos. Der bleibt unbeeindruckt, Clown hin oder her, er bleibt bei seiner Aussage keine Koalition mit den Korrupten und mit ihm bleiben 25 % der italienischen Wähler auch bei dieser Aussage. Bravissimo Italia! UNA BUONA SCELTA. Gut gewählt! Keine Macht für Niemand.

28F – 28. Feb. 2013: Ein sozialdemokratischer Kandidaten-Clown nennt zwei italienische Kollegen „Clowns“ hat von nun an die rote Pappnase auf, kriegt heute Abend nichts zu essen – und in China … , und jetzt Alle, in China fällt ein Sack Reis um.

2M – 2. März 2013: QUE SE LIXE A TROIKA. O POVO É QUEM MAIS ORDENA! Zum Teufel mit der Troika. Das Volk ist der Souverän. In ganz Portugal geht nichts mehr. Das Volk ist auf den Straßen. Die Troika ist im Land und das Volk will sie rausschmeißen mitsamt der verhassten Regierung. Allein in Lissabon sind es geschätzte 800.000, im gesamten Land waren es wohl über 1,5 Millionen Menschen die ein Ende der Sparpolitik forderten. Den Rücktritt und den Rausschmiss der Troika forderten. Die Tagesschau sprach von Zehntausenden wohlwissend, dass das mehr als untertrieben war, denn man will das Publikum nicht beunruhigen oder gar auf dumme Ideen bringen, Mutti mag das nicht. Portugal ist im Widerstand. „Grandola Vila Morena“ das Volkslied, dass das Signal am 25. April 1974 zur „Nelkenrevolution“ gegen die „dienstälteste“ faschistische Diktatur war, ist überall im Land zuhören. Die Menschen haben es satt. „Herrgott, befreie uns von den korrupten Schweinen (und Muttis Gehilfen).“ Seit Jahresbeginn muss jeder Portugiese beim Einkauf, beim Bäcker, im Buchladen, im Café seine Steuernummer angeben. Nun taucht verdächtig oft die Nummer 120528223 auf den Belegen auf. Es ist die Nummer des Staatspräsidenten Lima Coelho. Er wird sich wohl vom Finanzamt fragen lassen müssen woher er die Unsummen für Wein, Kaffee und alles andere hat. Der Präsident.

http://queselixeatroika15setembro.blogspot.de

 

13|14M – 13. und 14. März 2013:  OUR DEMOCRACY AGAINST THEIR AUSTERITY!
Ein breites, europäisches Bündnis ruft an den Tagen des „EU spring summit“, des europäischen Frühlings-Gipfels in Brüssel zu massenhaften, dezentralen Aktionen am 13. März und zu einer zentralen Großdemonstration am 14. März in Brüssel vor der Europäischen Kommission auf.

http://http://foraeuropeanspring.org

 

31M|1J – 31. Mai und 1. Juni 2013: Blockupy Frankfurt ist wieder zurück. Das Bündnis ist größer und breiter aufgestellt als 2012. Das Bündnis ruft zu dezentralen Aktionen, Besetzungen und Blockaden am 31. Mai und am 1. Juni zu einer großen, zentralen Demonstration im „Herzen der Bestie“ in Frankfurt am Main auf.
http://blockupy-frankfurt.org

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