Titelbild Schlamassel

Am 31. März 2012 zog eine entschlossene Demonstration durch das Herz der Bestie (Frankfurt), es gab eine Menge Glasbruch und mit geworfener Farbe einige Fassadenverunreinigungen. Das politische und mediale Geplärr war groß. Terror, sinnlose Gewalt… was für eine Farce. Vieles kann man dieser Demonstration vorwerfen, eines jedoch nicht: sie war weder fremdgesteuert oder gar durch Strohmänner finanziert. Auf ihrem Fronttransparent war klar und deutlich zu lesen: Staat, Nation, Kapital – Scheisse!

Im November 2013 unterzeichnete der bis dahin amtierende Präsident der Ukraine Wiktor Janukowitsch das Asoziierungsabkommen der Ukraine mit der EU nicht und versuchte sich die fehlenden Milliarden günstiger, mit geringeren Auflagen in Moskau zu holen. Man mag von diesem Mann halten was man will… Er war und ist korrupt, ja er hat mit dem berühmten Feuer gespielt, sich bereichert und autokratisch „sein“ Land und die Menschen beraubt, belogen und betrogen – er ist ein korruptes Arschloch und musste gehen.

Die Nichtunterzeichnung dieses „Asoziierungsabkommens“ mit der EU führte in Kiew zu Protesten. Der Majdan wurde von Oppositionellen besetzt. Es waren Unmengen an Europäischen und Ukrainischen Nationalflaggen zu sehen. Der Protest, so wurde uns in der Presse und TV öffentlich-rechtlich und ausgewogen berichtet, richte sich gegen die amtierende, mit Russland verbundene Regierung und sei durch und durch prowestlich. Damit war alles erklärt. Also alles war aus westlicher Sicht gut! Alles?

Mal angenommen die nicht nur fast sondern vollkommen pleite Ukraine wäre wirklich in den „Genuss“ der Asoziierung gekommen, was hätte sie erwartet? Vollmitglieder in der EU und dem Euro, wie Griechenland, Italien, Zypern, Spanien, Portugal, Irland können ein trauriges Lied davon singen, wie es sich anfühlt im „freien Westen“ nicht mehr „kreditwürdig“ zu sein.

Aber zurück zum Majdan… Seltsam und verstörend war es schon, dass das alles so stattfinden konnte, oder etwa nicht? Es wollte so gar nicht in das Bild von korrupten, moskauhörigen von Oligarchen gesteuerte, absolutistische Bild passen, dass der Platz nicht umgehend unter Einsatz von massiver Polizeigewalt geräumt wurde.

In Berlin, London, Athen, Nikosia, Rom, Madrid, Lissabon, Dublin, Warschau, Budapest, Bukarest, Sofia, Washington, Toronto, Tokio, Istanbul, Ankara… etc. hätten derlei Platzbesetzungen sofort die durch Wahlen „legitimierte“ Staatsgewalt auf den Plan gerufen und die hätte die „Dinge“ wieder in das Ruhe und Ordnung „Lot“ gebracht – Verhaftete, Verletzte, Getötete inklusive.

In Kiew hingegen wurden Bühnen aufgebaut, Barrikaden errichtet, die Besetzung des Platzes durchorganisiert. Man störte sich weder an der Besetzung noch an der Vermummung oder an der passiven und aktiven Bewaffnung der Demonstranten. Man störte sich, zu Recht, an Janukowitsch und seinem Schutzherren Putin. Damit war alles legitimiert was auf dem Majdan passierte.

Anfänglich waren sie noch da, die Europafahnen, es wurden deutlich weniger im Laufe der Zeit. Ukrainische Nationalflaggen, Fahnen der nationalistischen und pro-faschistischen Swoboda, Zeichen und Symbole des Rechten Sektors, also der militanten Faschisten, waren nicht mehr zu übersehen.

Dennoch konnten es sich westliche Politiker, der damalige, amtierende Außenminister Guido Westerwelle, der Vietnam-Veteran und Ex-Präsidentschaftskandidat der Republikaner John McCain und andere, nicht verkneifen, den nächsten Flieger nach Kiew zu nehmen, um auf dem besetzten Platz Reden zu halten um die „Solidarität“ des „freien Westens“ zu bezeugen.

Noch einmal, wäre es Wladimir Wladimirowitsch Putin oder Dmitry Medvedev am 15. Mai 2011 auch nur im Traum eingefallen einen Flieger zu besteigen um auf der von hunderttausenden besetzten Puerta del Sol in Madrid eine Rede zu halten, die dort niemand wollte oder gar bestellt hatte, was wäre das wohl für ein Presseecho geworden?

Egal, die beiden flogen nicht nach Madrid… Lady Ashton, Guido Westerwelle, John McCain, Frank-Walter Steinmeier flogen (wenn auch nicht nach Madrid) und sprachen mit Nationalisten, Faschisten und Antisemiten. Was genau sagt uns das über diese Leute, was sagt uns das über eine „Revolution” die keine war…?

Mehr und mehr kommen Dinge zu Tage die den Majdan in einem mehr als zweifelhaften Licht erscheinen lassen.

5 Miilliarden US-Dollar, so hat es Frau Victoria Nuland – das ist die, die das beherzte „Fuck the EU“ telefonierte – ausgequatscht sollen seit 1991 aus den USA in die Ukraine geflossen sein, unter anderem in die Finanzierung der „Orangen (Oligarchen) Revolution“ und des „Euro-Majdan”. Wieviel Geld aus der EU, der CDU/CSU, der SPD und anderen Organisationen floss ist derzeit noch nicht feststellbar. Es bleiben aber Fragen, was Platzbesetzer die mit militanten Faschisten zusammenarbeiten im Bundeskanzleramt bei Frau Merkel zu suchen hatten, warum sich der Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) mit Nationalisten und Faschisten öffentlichkeitswirksam vor Kameras präsentierte… und andere Unglaublichkeiten mehr.

Das Putin ob all der Steilvorlagen des Westens darauf sein eigenes nationales Süppchen kochen würde, wäre selbst einem mittelmäßig begabten Abiturienten klar geworden. Er hat es getan und er wird es durchsetzen. Der Westen hat gezockt, um die Ukraine gezockt, Putin tut es auch und die Menschen wurden wieder einmal hinters Licht geführt, ihre Not instrumentalisiert, von vorne und hinten beschissen.

Keinen Tropfen Blut für den, egal welchen, Staat, die Nation und das Kapital! –
Staat, Nation, Kapital – Scheisse!

 
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