Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies… LOL.

Möglicherweise, damals, irgendwann mal, ging es tatsächlich um das Nutzererlebnis im Internet. Das kann tatsächlich sein. Aber wenn ich Sätze wie den oben mittlerweile lese, dann lach’ ich Bröckchen. Nutzererlebnis. Als ginge es noch irgendwo im Internet um den/die Nutzer/-in. Ums Geld verdienen geht’s, und darum die Nutzer möglichst sekundengenau zu verfolgen.

Tracking – that’s all there is. Klicke hier, akzeptiere Cookies dort, dann wird’s für uns leichter, Dich auch auf allen anderen Seiten die Du nutzt, gezielt mit dem Produkt zu bewerben, das Du blöderweise gerade gekauft hast. Denn sind wir ehrlich: Besonders intelligent ist Tracking nicht. Da kaufst Stühle im Möbel-Online-Laden und fortan fliegen sie Dir oben und rechts in Facebook und bei der Frankfurter Rundschau und weißgottwo um die Ohren. Hast sie halt schon – Wiedersehen macht Freude.

Soweit so mir doch egal. Aber was man als Nutzer/-in mittlerweile (verkauft als „Experience“) auf Webseiten ertragen muss, geht auf keine Kuhhaut. Werbung von oben, Werbung, die die komplette Seite überdeckt, bis man das verfickte Weg-Klick-X gefunden hat, Artikel so auf Werbeflächen platziert, dass man schonmal beim Versuch zu scrollen nach Lala-Porno-Land fliegt und dann diese widerwärtigen „Weiterlesen“- und „Mehr Ergebnisse“-Buttons.

Mittlerweile genügt es nämlich offenbar den meisten Webseiten-Betreibern/-innen nicht mehr, zu sehen, wie lange jemand auf einer Seite verweilt. Nein, die feinen Damen und Herren wollen zusätzlich wissen, ob Nutzerlein auch bei der Stange geblieben ist. Dafür bekommt Nutzerlein dann eben noch weniger Suchergebnisse sofort, sondern muss schon auf der ersten Seite mehrfach klicken, um nach und nach alles angezeigt zu bekommen, und erst anschließend die nächste Seite ansteuern zu können. Alle Furz lang ein komplett überflüssiger Klick. Alles für’s Tracking. Aber wieso heißt’s dann Nutzererlebnis?

Klick-Erlebnis vielleicht, oder Werbe-Erlebnis – vielleicht steht ja jemand drauf. Man muss hier ganz deutlich nicht paranoid sein, um verfolgt zu werden. Das Erlebnis der Nutzer/-innen spielt eine untergeordnete Rolle. Sonst wäre es ja nicht, wie es ist: in der Regel abscheulich. Genauso verhält es sich mit den angeblichen User-Interfaces, den Benutzer-Oberflächen. Man kann das so nennen, wenn man den Begriff so versteht, dass der/die Benutzer/-in möglichst präzise beobachtet werden soll. Ich meine aber – wozu bräucht’s sonst UI-Designer/-innen – dass das Ziel mal war, dem/der Nutzer/-in eine möglichst hübsche/brauchbare Oberfläche zu erschaffen. Davon ist ja nun nix mehr übrig.

Jeden Tag häufiger klicke ich Webseiten einfach weg, noch bevor ich die erste Zeile (die mich ursächlich interessierte) gelesen habe. Gegen den zum Teil angebotenen Wust von reinfliegenden Störungen, hilft ja kein Popup-Blocker. Und ich denke nicht daran, länger als eine halbe Sekunde auf einer Seite zu bleiben, die mich derart vollkotzt. Sie möge sich jeweils ihr Nutzererlebnis in den Arsch stecken!

Ich verstehe, dass gepflegte Webseiten Arbeit verursachen und dass man dafür auch gerne die eine oder andere Mackfuffzisch bekommen möchte. Auch wir kommen ja in diese Verlegenheit. Aber so? Soll das das professionelle Angebot mittlerweile so vieler Anbieter sein? Ich begebe mich, weil mich die Inhalte aus einem entsprechenden Link gereizt haben, auf eine Seite und finde nur Form – in allernervigster Form? Wem ist denn damit gedient, wenn mich eine Seite nur noch nervt und ich sie deshalb umgehend wieder verlasse? Den Nutzer/-innen gewiss nicht. Ich bezweifle darüber hinaus, dass es überhaupt noch jemandem nutzert.

Macht Eure Plus-Inhalte und verwendet gerne Teile Eurer Seiten, um zu werben. Ich versteh’s und ich nehm’s deshalb gerne hin. Und wenn es mich interessiert – versprochen – dann klicke ich auch mal auf so einen Link. Ich wüsste ja dann, dass er mir nicht mehr den Browser abschießt, Flash komplett überfordert und/oder meinen Geduldsfaden im Sturm zerreißt. Aber wenn’s Euch Freude macht, mir weiter auffen Sack zu gehen, dann sollten wir den Laden abschalten. So führt’s ja zu nix.

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