Nicht mit uns

Sehr geehrte Damen und Herren Großkopferte der AfD,
was hatten wir also alles zu Beginn dieses noch sehr jungen Jahres? Da war Beatrix von Storch mit „barbarischen, muslimischen, gruppenvergewaltigenden Männerhorden“, Alice Weidels „drittklassige Proleten“ in Richtung Peter Fischer und natürlich der „kleinen Halbneger“ des Jens Maier. Aber wissen Sie was? Wir fallen darauf nicht mehr rein.

Wir sind ab sofort wunderbar freundlich zu Ihnen. Denn diese scheinbaren Ausfälle sind nichts als Inszenierung. Sie könnten sehr wohl anders, Sie wollen aber nicht. Es geht einzig um die Ausfälligkeit, die Provokation, die Verschärfung des Diskurses.

Und das ist ja auch furchtbar logisch. Wer nichts, aber auch wirklich überhaupt nichts anzubieten hat, um die Zukunft schön/interessant/zukunftsfähig zu gestalten, muss sich anders im Gespräch halten – und wenn es durch laute, dumme Totalausfälle ist. Dabei gibt Ihnen der Erfolg ja – bedauerlicherweise – Recht. Massen- und soziale Medien hüpfen tatsächlich über jedes noch so dünne Stöckchen, das Sie ihnen hinhalten. Ihre Ausfälle – die eben keine sind, sondern kalkulierte Eskalation – werden stets multipliziert und sorgen tatsächlich für einen verrohten Diskurs. Der ist nützlich, wenn man nichts anzubieten hat. Dann hat man wenigstens das geschafft und muss sich nicht mit Inhalten brüsten. Ich gehe davon aus, dass Sie nichts so sehr fürchten, wie eine inhaltliche Auseinandersetzung. Da wäre dann halt auch herzlich wenig zu erzählen von Seiten der „Alternative“. Dieser Begriff allein ist derart absurd, dass er ausreichend Anlass für Beleidigungen gäbe, aber wir sind ab jetzt freundlich.

Uns muss ja niemand erklären, wie viel Spaß es macht, mal die Sau rauszulassen, beim Texten und beim Schimpfen. Wissen wir und ist ja auch lustig. Aber wenn man so gar gar gar nix sonst im Angebot hat, also keine Idee eines Zusammenlebens, eines Weiterkommens, nennen Sie es wie Sie wollen, dann fällt’s halt auf. Wenn das einzige Konzept das des andersfeinlichen/fremdenfeindlichen ist, ist es halt keins. Wenn da nix ist als rassistische Dummheiten, dann ist das Gemecker Ablenkung und Nebelkerze. Interessant übrigens, dass Akteure/-innen, die sich stets auf konservative Werte berufen, offenbar den guten Grundsatz vergessen haben: Wenn Du nichts Gutes zu sagen hast, dann sage nichts.

Und so dünnhäutig darf man halt nicht sein, wenn man derart durch die Gegend plärrt. Auch das fällt auf. Wer sich immer dann auf die Rechtsstaatlichkeit beruft, die er ob der eigenen Ausfälle so gerne in den Orkus wünscht, wenn der Wald mal zurückruft, ist feige. Auch das kennen wir und fanden und finden es furchtbar lahm. Immer auf den Busch klopfen und dann zu Mutti rennen, wenn der Busch brennt – das ist Kindergarten und auch da ist nix alternatives drin. Speziell, wer sich ständig der Nazi-Terminologie bedient, sollte dann schon ein bisschen mehr Kruppstahl sein, wenn’s mal unsachlich zurückhagelt und nicht so sehr mimimi-fününü. Spielen Sie nicht stets die beleidigte Leberwurst, das ist peinlich, selbst wenn man den Maßstab so tief ansetzt.

Ihre Mitgliederinnen und Mitglieder, Ihre Unterstützerinnen und Unterstützer möchten wir hingegen inbrünstig beschimpfen. Denn wer – und es hätte die jüngsten Ausfälle gar nicht gebraucht – noch immer behauptet, hier eine nicht-extremistische Partei zu unterstützen, ist entweder mit dem Klammersack gepudert oder lügt wissentlich – ist also entweder saublöd oder ein mieser Wicht. Und all jene die behaupten, keiner der beiden Begriffe sei ihnen zuzuordnen, müssen (spätestens jetzt) aus dieser Partei austreten und ihr jegliche Unterstützung entziehen. Nicht das Boot, das Maß ist voll! Sie unterstützen eine rechtsextremistische Partei deren einzige „Alternative“ ein arisches, reaktionäres, heterosexuelles Deutschland ist. Wer mehr will als Fremdenfeindlichkeit, wer eine Idee davon hat, wie harmonisches Zusammensein sein kann und sollte, muss jetzt die „Alternative“ verlassen. Wer das nicht tut, ist Rassist/-in und Extremist/-in. Es gibt keine Entschuldigungen mehr.

Krakeelen Sie also – da Sie es nicht lassen können – weiter ihre rassistischen Dummheiten durch die Gegend. Wir stehen für eine Verrohung und Verblödung des Diskurses nicht zur Verfügung und werden derlei Geplärr auch künftig ignorieren – etwas, das viel mehr Menschen tun sollten. Aber täuschen Sie sich nicht: Rassismus ist keine Meinung und wir werden uns Ihnen auch in Zukunft entschlossen in den Weg stellen – scheißfreundlich halt.

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